Das Charivari

Unter dem Begriff Charivari versteht man eine Schmuckkette. Meist ist diese silbern oder aber seltenener echt versilbert. An die Kette werden Berlocken angebracht, das heißt Geldstücke, Hornscheiben, Grandeln, Edelsteine, Medaillen oder Teile von verschiedenen Tieren von Tierpfoten bis hin zu Zähnen oder ähnliches.

Der Begriff Charivari stammt ursprünglich aus der napoleonischen Zeit und bedeutet dort soviel wie Katzenmusik. Jedoch hat das Wort die eigentliche Bedeutung von dem lateinischen Wort Caribaria, was soviel wie „Durcheinander“ oder auch „Verrücktheit“ bedeutet. Nach der Tradition wird das Charivari von den Männern am Hosengürtel der traditionell aus Leder gefertigten Hose getragen.
Es steht für eine erfolgreiche und geglückte Jagd und dient als Talismann für Landwirte. Die Länge des Schmuckes beträgt für den Mann im Durchschnitt ca. 33 cm. Meist ist es aus Altsilber gefertigt, entweder aus 825er oder aus 925er. Das Schmuckstück ist entstanden, als ein solcher Landmann eine Kette einer Uhr an seiner Trachtenweste befestigt hatte und es nach und nach mit Trophäen, Glücksbringern und Erinnerungen geschmückt hat.

Es gibt auch Charivaris für Frauen, diese sind kleiner als die des mannes, mit kleineren Trophäen und Erinnerungen aus Silber gegossen. Die Frauen beschmücken sie meist mit Fuchsköpfen oder kleinen Rehgeweihen. Solch ein Charivari durfte niemals selbst gekauft werden, höchstens verschenkt, doch es wurde ursprünglich von Generation zu Generation weitervererbt. Die ältesten Charivaris, die man heute gefunden hat, dürften einen Wert von über 10.000 € haben. im gesamten östlichen Teil der Alpen sind die Charivaris verteilt. Mit der Zeit wurde das Tragen dieses Schmucks wieder moderner (oder auch nicht), in ganz Bayern wird es nun wieder eingeführt und die Tradition bekommt wieder neues Leben.